Philosophie

Die Zitrone ist nicht nur ein «Atelierhaus» wie viele andere ähnliche Objekte in Zürich. Der Verein hat sich dank niedriger Kosten bei einer Zwischennutzung zum Ziel gesetzt, auch Projekten günstigen Raum anzubieten, die in Zürich grosse Schwierigkeiten haben, ausreichende Fläche zu finden (z. B. Bühnenwerkstätten, Ausstellungsräume, Bandräume etc.). Er stellt seine Räumlichkeiten aber auch kurzfristig externen Veranstaltern zur Verfügung – und trägt dadurch auf niederschwellige Art und Weise zur Belebung eines ganzen Quartiers bei.

Um einer möglichst breiten Palette von Nutzungen offen zu stehen, greift in der Zitrone das Konzept der Solidarität. Jeder Arbeitsplatz kostet gleich viel, aber es steht jedem Mitglied so viel Raum zur Verfügung, wie es braucht. Dies ermöglicht eine vielseitige Belegung aus verschiedenen Sparten, was Kollaborationen und Synergien fördert. Im Gegenzug beteiligen sich die Vereinsmitglieder aktiv an anstehenden Arbeiten und dem kulturellen Angebot.

Der Verein Zitrone ist selbstfinanziert und verwaltet die Räumlichkeiten selber. Gegenüber den Eigentümern ist er die einzige Ansprechperson. Auch besorgt er Instandhaltung und -setzung sowie Hausarbeiten selber, und hält das Gebäude für vielfältige Aktivitäten offen bis zum Umbau. Alle Nutzerinnen und Nutzer sind Mitglieder des Vereins und tragen Mitverantwortung. Ein paritätisch zusammengesetzter Vorstand aus 10 Personen führt den Verein in Freiwilligenarbeit.

Die «Zitronen» pflegen nicht nur temporär eine ganze Liegenschaft im Eigeninteresse und ohne finanzielle Unterstützung, wir tauschen uns auch aus mit Nachbarn, wir pflegen Beziehungen zu ähnlichen Institutionen, Organisationen und zu Behörden. Wir laden ein zu Diskussionen und Podien, beschäftigen uns mit Sonnen- und Schattenseiten der Aufwertung und Belebung von Quartieren. Wir fühlen uns als weltoffene Gemeinschaft «von unten» und jeden Alters. Eine kleine Gemeinschaft mit eigenen Ideen, die von sich aus mithilft, die Stadt Zürich an einer kleinen Ecke noch lebenswerter zu machen.